Zeiterfassung in der Gastronomie: Pausen, Minijobs und Nachtarbeit

In Restaurant, Café und Bar ändern sich Arbeitszeiten oft kurzfristig. Eine Schicht beginnt später, das Abendgeschäft dauert länger oder eine Aushilfe springt spontan ein. Genau deshalb braucht die Gastronomie eine Zeiterfassung, die den tatsächlichen Arbeitstag abbildet und nicht nur den ursprünglich geplanten Dienst.
Dieser Leitfaden zeigt, welche Daten im Alltag wichtig sind und wie Betriebe den Weg von der Buchung bis zur Lohnabrechnung klar organisieren.
Welche Zeiten sollten Gastronomiebetriebe erfassen?
Für eine nachvollziehbare Dokumentation sollten mindestens Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit feststehen. Bei gewerblichen Minijobs weist die Minijob-Zentrale ausdrücklich darauf hin, dass Beginn, Ende und Dauer aufgezeichnet werden müssen.
In der Praxis sind darüber hinaus folgende Angaben hilfreich:
- Beginn und Ende der Schicht
- tatsächlich genommene Pausen
- Einsatzbereich, etwa Küche, Service oder Veranstaltung
- Nacht-, Sonn- und Feiertagszeiten
- Korrekturen und deren Freigabe
Gut zu wissen
Dienstplan und Zeiterfassung erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Der Dienstplan beschreibt die erwartete Zeit, die Zeiterfassung dokumentiert die tatsächlich geleistete Arbeit.
Pausen bei langen und geteilten Schichten
§ 4 ArbZG sieht bei mehr als sechs bis zu neun Stunden mindestens 30 Minuten Ruhepause und bei mehr als neun Stunden insgesamt 45 Minuten vor. Die Pausen können in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten geteilt werden.
Für Gastronomiebetriebe ist wichtig, Pause und bloße Arbeitsunterbrechung nicht zu vermischen. Wenn eine Servicekraft während einer vermeintlichen Pause weiter Gäste bedient oder erreichbar bleiben muss, sollte der Betrieb prüfen, ob tatsächlich eine Ruhepause vorlag.
Eine digitale Lösung kann fehlende oder ungewöhnliche Buchungen anzeigen. Sie ersetzt aber nicht die organisatorische Verantwortung, Pausen tatsächlich zu ermöglichen.
Minijobber und flexible Aushilfen
Gerade bei Minijobbern schützt eine aktuelle Stundenübersicht vor Überraschungen. Betrieb und Beschäftigte sehen frühzeitig, wie viele Stunden bereits geleistet wurden. Bei Arbeit auf Abruf sollten zusätzlich die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten berücksichtigt werden; hierzu stellt die Minijob-Zentrale eigene Hinweise bereit.
Ein sinnvoller Prozess besteht aus vier Schritten:
- Mitarbeitende stempeln am Tablet oder per App.
- Verantwortliche prüfen fehlende und auffällige Buchungen regelmäßig.
- Korrekturen werden nachvollziehbar freigegeben.
- Der abgeschlossene Zeitraum wird für die Lohnabrechnung exportiert.
Nacht-, Sonn- und Feiertagszeiten
Zeiten über Mitternacht sollten als zusammenhängende Schicht erkennbar bleiben. Für die steuerliche Behandlung von Zuschlägen ist die tatsächlich geleistete Arbeit relevant. Die steuerlichen Grenzen beschreibt § 3b EStG. Ob und in welcher Höhe ein arbeitsvertraglicher Anspruch besteht, muss getrennt davon geprüft werden.
Eine Zeiterfassung sollte deshalb die Rohdaten sauber bereitstellen, aber keine individuelle lohnsteuerliche oder arbeitsrechtliche Entscheidung vorwegnehmen.
Terminal, App oder beides?
Ein Tablet-Terminal eignet sich für Küche und Service, wenn alle am selben Standort beginnen. Mobile App oder Web-Zugang helfen bei Catering, mehreren Standorten und administrativer Arbeit. Häufig ist die Kombination am praktikabelsten.
Zeiterfassung für die Gastronomie
Arbeitszeiten, Pausen, Nachtstunden und Abwesenheiten in einer gemeinsamen Übersicht verwalten – per App, Web oder Tablet-Terminal.

Checkliste für die Einführung
- Zuständigkeit für tägliche oder wöchentliche Prüfungen festlegen
- klare Regeln für Pausen und nachträgliche Korrekturen vereinbaren
- Tablet an einem gut erreichbaren Ort platzieren
- mobile Erfassung nur für passende Mitarbeitergruppen freigeben
- Abrechnungszeitraum verbindlich abschließen
- Export mit Lohnbüro oder Steuerberatung abstimmen
Fazit
Gute Zeiterfassung in der Gastronomie entsteht nicht durch möglichst viele Felder. Entscheidend sind eine schnelle Buchung, klare Pausenregeln, regelmäßige Prüfungen und ein verlässlicher Abschluss für die Lohnabrechnung. So bleibt die Lösung auch bei wechselnden Teams und einem dynamischen Schichtbetrieb alltagstauglich.
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